Bulimie Beratung: Was bringt sie dem Patienten?

14. 2010

Eine Bulimie Beratung steht am Anfang einer Behandlung gegen die Essstörung. Zunächst muss der Patient erkennen, wie krank er tatsächlich ist, dann gibt es Chancen auf einen Therapieerfolg.

Bulimie bzw. Bulimia Nervosa oder auch Ess-Brech-Sucht ist eine ernst zu nehmende Essstörung. Neben Magersucht, Binge Eating und Fettsucht gehört sie zu den häufigsten Formen einer Essstörung. Die Betroffenen stehen dabei im ständigen Wechsel von "Fressattacke" und Brechphase. Obwohl von Bulimie immernoch meist junge Frauen betroffen sind, gibt es vermehrt Fälle männlicher Patienten. Diagnostiziert wird die Krankheit nach der Häufigkeit von Essattacke, Übergeben oder der Einnahme von Abführmitteln. Die Gründe einer Bulimie sind oft vielfältig. Sie reichen von allgemein schlechten familiären oder soziokulturellen Verhältnissen bis hin zu Missbrauch oder übermäßiger Leistungsanforderung. Steht die Diagnose fest und möchte sich der/die Betroffene helfen lassen, steht eine Bulimie Beratung an.

Oftmals ist eine Beratung ein Aufklärungsgespräch. Sie wird daher von dem/der Kranken als besonders belastend empfunden. Meist wollen Betroffene nicht wahrhaben, dass ihre Ess-Brech-Sucht tatsächlich krankhaft ist und tiefgreifende Folgen für die Gesundheit haben kann. Dennoch ist eine Bulimie Beratung unabdinglich für das weitere Vorgehen der Therapeuten und Ärzte.

Innerhalb der Beratung und am Anfang der Therapie steht die Motivierung des Patienten zur Verhaltensänderung. Weiterhin soll das Essverhalten normalisiert werden, das betrifft zum einen die Menge des Essens, zum anderen die regelmäßige Form der Nahrungsaufnahme – denn beides verläuft bei Bulimie-Patienten unkontrolliert und "anfallhaft". Der/Die Betroffene soll im Umgang mit dem Therapeuten und dem näheren Umfeld Strategien entwickeln, um mit Essanfällen und Selbstekel umgehen zu lernen. Gleichzeitig soll er/sie von der übermäßigen Beschäftigung mit Figur und Gewicht weggelenkt und in die Gemeinschaft reintegriert werden. Insgesamt stehen die Chancen der Selbsttherapie für Bulimie-Betroffene eher schlecht. Durch massive Ängste und Phasen des völligen Kontrollverlustes ist der/die Patient/in kaum in der Lage, den Weg aus der Essstörung allein zu finden. Bulimie Beratung nimmt daher sowohl präventiv als auch interventiv einen hohen Stellenwert ein.