Einblick in die Krankheit versprechen Bulimie-Bücher

21. 2010

Nicht nur Jugendliche, sondern auch zahlreiche Erwachsene leiden unter dieser Krankheit. Bulimie-Bücher bieten Betroffenen und ihren Familien eine Einführung in die Hintergründe des Leidens.

Bei Bulimie handelt es sich wie bei Anorexie, also Magersucht im Volksmund, um eine Essstörung. In den meisten Fällen ist das gestörte Essverhalten ein Symptom für ein tiefer gehendes Problem und nicht die Krankheit selbst. Bulimie äußert sich so, dass der oder die Betroffene – in 90-95 % der Fälle sind es Frauen – von Heißhungerattacken heimgesucht wird und die Kontrolle über ein normales Essverhalten verliert. In der Folge wird die Nahrung dann erbrochen, um einer möglichen Gewichtszunahme vorzubeugen oder aber aus Scham aufgrund des Kontrollverlustes. Besonders häufig tritt Bulimie bei jungen Frauen in Berufen auf, die ein bestimmtes Gewicht fordern oder zumindest nahelegen. Dazu zählt die Arbeit als Model, als Tänzerin, Turnerin oder Skispringerin. Im Durchschnitt beginnt die Krankheit, wenn die Patientin 17 oder 18 Jahre alt ist, und kann direkt an eine Magersucht anschließen oder sich mit anorektischen Phasen abwechseln. Die meisten Leute, die an Bulimie leiden, sind im Gegensatz zu Magersüchtigen normalgewichtig und können ihre Krankheit daher besser verstecken.

Wem im Bekanntenkreis jemand auffällt, der ein ungewöhnliches Essverhalten an den Tag legt, kann er Bulimie-Bücher zurate ziehen und sich so intensiv über die Erkrankung informieren und gegebenenfalls entsprechend reagieren. Denn obwohl die Patienten in der Regel normal aussehen, kann Bulimie lebensbedrohlich sein. Durch das häufige Erbrechen kann die Speiseröhre schwer beschädigt werden. Zudem kann der Elektrolythaushalt bedrohlich aus dem Gleichgewicht geraten, was wiederum eine Herzrhythmusstörung zur Folge haben kann.

Ein weiterer fester Bestandteil der Krankheit ist eine gestörte Selbstwahrnehmung. Die Betroffenen fühlen sich beispielsweise dick, obwohl sie es nicht sind. Zudem treten häufig Depressionen gemeinsam mit einer Bulimie auf, was eine Psychotherapie unerlässlich macht. Bulimie-Bücher können sowohl den Betroffenen selbst als auch deren Familie und Freunden wertvolle Ratschläge zur richtigen Vorgehensweise geben. Je besser die Betroffenen über die Ursachen ihres Zustandes Bescheid wissen, desto leichter lassen sich Rückfälle verhindern oder zumindest bekämpfen.